03.05.2006 – Redakteur: Martin
Passend zum zwanzigsten Jahrestag des Unglücks in Tschernobyl beschert uns Frogster ein Katastrophenszenario. Hier geht es allerdings nicht um eine atomare Verstrahlung, sondern um eine mysteriöse Seuche, die ein kleines Nest in ein biologisches Sperrgebiet verwandelt. Der Spieler übernimmt dabei anstatt einer Identität gleich drei grundverschiedener Rollen, die aus völlig unterschiedlichen Motiven einen Ausweg aus dieser Lage suchen. Und dabei so wenig Schaden wie möglich zu nehmen. Diese Charaktere steuert man nicht simultan, sondern erlebt das Abenteuer drei mal hintereinander aus dem jeweils eigenen Blickwinkel und begibt sich dementsprechend auch an andere Orte und trifft andere Personen. Irgendwie sind aber alle Einzelschicksale miteinander verflochten und kämpfen auf ihre Art und Weise einen Kampf gegen die tückische Krankheit und den Regierungstruppen, die den Vorfall mit Gewalt zu vertuschen versuchen. Um es schon einmal vorweg zu nehmen: Es wurde an der vor zwei Monaten vorliegenden Preview-Version nicht gravierend viel geändert. Abgesehen, dass jetzt alle drei Charaktere wählbar sind und alle Sprachaufnahmen ins Deutsche synchronisiert worden sind. Das Handbuch gibt dem Spieler den Tipp, zuerst den Mediziner zu spielen, dann mit dem Seher weiterzumachen, um mit der Heilerin den Abschluss zu finden.
Der Mediziner wurde von der Fachschaft als „wissenschaftlicher Extremist“ wegen seiner Erkenntnisse auf dem Gebiet der Todesforschung geächtet. Nun sucht er den Ort auf, an dem sein Kollege Isidor Burakh einen Menschen gefunden hat, der ihn rehabilitieren könnte. In der Stadt angekommen, muss der Arzt feststellen, dass sowohl Burakh, als auch die Person, die ihn hätte weiterbringen können, ums Leben gekommen sind. Wenig später findet er sich in einem rätselhaften Fall wieder, der ihn immer tiefer in die Abgründe dieser Stadt hinabtauchen lässt. Als Seher kommt der Spieler in die Stadt, um seinem sterbenden Vater die letzte Ehre zu erweisen. Dieser will seinem Sohn vor seinem Ableben noch ein dunkles Familiengeheimnis offenbaren und einige Dinge aus dem zukünftigen Nachlass geregelt haben. Bei der Ankunft des Sprosses nehmen aber bereits die verhängnisvollen Ereignisse in dem Städtchen ihren Lauf. Die Heilerin sucht ihrerseits in der Ortschaft nach ihren verschwundenen Kindern. Die letzten Spuren führten sie dorthin. In der Stadt angekommen, überfällt die Protagonistin erst einmal in eine Ohnmacht. Nun konzentriert sie ihre Suche auf einige Distrikte und kommt nach und nach dem Geheimnis gefährlich nahe. Ihre geistige Umnachtung und Wahnvorstellungen können auf der einen Seite wichtige Hinweise auf des Rätsels Lösung geben, sind andererseits aber auch schwer zu entschlüsseln.
Alle drei Charaktere spielen sich aus der für Adventures unüblichen First-Person-Perspektive. Die Steuerung ist dementsprechend für geübte Hände nicht schwer zu erlernen. In einem Verzeichnis sind alle Gegenstände aufgelistet, die die Figur bei sich trägt. Darunter finden sich allerlei Medikamente mit unterschiedlichen Wirkungen, Waffen und Schutzkleidung. Auch Nahrung gehört zum Umfang. Die Dinge im Inventory werden nach und nach knapp, deshalb muss man immer wieder für Nachschub sorgen. Da Nahrungsmittel in der Stadt rar sind, kann man sie für horrendes Geld kaufen. Nebenbei gibt es noch Munition, Wasser und Medikamente zu finden. Wird gerade das eine oder andere dringend benötigt, so kann man versuchen, mit einem Passanten ein Tauschgeschäft abzuschließen. Man sollte sich nicht verwirren lassen: Dieser Ort scheint von Zwillingen oder Klonen bewohnt zu sein, denn die Personen ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Zudem sind sie in der Ausgestaltung ohne große Detailverliebtheit zusammenprogrammiert worden. Sie bewegen sich marionettenhaft durch das karge Gelände und geben mitunter verwirrende Informationen von sich. Auf vieles, was man auf der Straße aufschnappt, sollte man aufmerksam sein. Oft verbirgt sich ein hilfreicher Hinweis in dem Text. Spricht man mit einer dramaturgisch wichtigen Person, kann der Dialog schon mal eine DIN-A-4-Seite einnehmen. Das ist dann schon eine große Menge an Informationen, ermüdet aber auch den Spieler hinter der Tastatur und den Protagonisten gleichermaßen.
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